Militarisierung des Weltraums: Trump-Regierung stationiert Waffen im Erdorbit

US-Präsident Trump im Oval Office des Weißen Hauses am 20. Mai 2025 [AP Photo/Alex Brandon, File]

Wie der US-Staatssekretär der Air Force, Troy Meink, am Montag bekanntgab, hat die Trump-Regierung Waffen in der Erdumlaufbahn stationiert. Meink erklärte auf der Konferenz der Air & Space Forces Association, die Vereinigten Staaten „verfügen jetzt über im Orbit stationierte Waffen zur Weltraumkontrolle, die in der Lage sind, die gemeinsamen Streitkräfte gegen feindliche gegnerische Handlungen zu verteidigen“.

Die Ankündigung ist ein großer Schritt in der Militarisierung des Weltraums und der Eskalation der Kriegspläne gegen die Atommächte Russland und China. Meinks Ankündigung erfolgte mehr als sechs Monate nach Beginn des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran, einen Tag nachdem russische Truppen einen Personenzug nahe der polnischen Grenze angegriffen haben und zehn Tage vor dem geplanten Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Weißen Haus.

Das Wall Street Journal veröffentlichte am Dienstag einen Leitartikel, in dem es den Schritt lobte und den Zeitpunkt betonte: „Das Timing der Ankündigung über den Weltraum ist möglicherweise kein Zufall, da sie kurz vor dem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping nächste Woche in Washington erfolgt.“

Meink äußerte sich nicht dazu, um welche Waffen es sich handelt, wie viele es sind und wann sie ins All gebracht wurden. Die Space Force erklärte in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme gegenüber ABC News, die Waffen könnten „auf Anweisung des zuständigen Einsatzkommandos sowohl für offensive wie auch für defensive Zwecke eingesetzt werden“.

Victoria Samson, die leitende Direktorin für Weltraumsicherheit und -stabilität bei der Forschungsgruppe Secure World Foundation, erklärte am Montag gegenüber der Nachrichtenwebsite Defense One: „Ich glaube nicht, dass irgendein US-Regierungsvertreter jemals zuvor so etwas geäußert hat. Die USA müssen jetzt auch akzeptieren, dass die Chinesen und Russen das Gleiche sagen und tun.“ Am Dienstag erklärte sie gegenüber Al Jazeera: „Damit wird die Militarisierung des Weltraums normalisiert.“

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, erklärte am Dienstag: „Wir fordern die US-Seite auf, den Ausbau ihrer militärischen Fähigkeiten und ihre Vorbereitungen auf einen Krieg im Weltraum einzustellen.“ Kreml-Sprecher Dmitri Peskow erklärte am gleichen Tag, der Weltraum müsse „frei von jeglichen Waffen sein“.

Im Januar 2025 wies US-Präsident Donald Trump das Pentagon an, „ein System weltraumgestützter Abfangraketen“ zu bauen – ein Programm namens Golden Dome, für das er im Mai 2025 Kosten von 175 Milliarden Dollar veranschlagte. Im Mai dieses Jahres schätzte das Congressional Budget Office, dass ein solches System über einen Zeitraum von 20 Jahren 1,2 Billionen Dollar kosten würde. Ein Großteil der Kosten entfiele auf die rund 7.800 weltraumgestützten Abfangwaffen.

Die Regierung beantragt für das nächste Haushaltsjahr 71,3 Milliarden Dollar für die Space Force, fast doppelt so viel wie die 40,1 Milliarden Dollar, die sie vor einem Jahr gefordert hat. Diese Summe ist Teil des Militäretats von 1,5 Billionen Dollar, den sie im April beantragt hat, was einem Anstieg von 44 Prozent gegenüber dem laufenden Jahr entspricht und damit der größte Militäretat seit dem Zweiten Weltkrieg ist.

Der Weltraumvertrag von 1967 verpflichtet seine 118 Unterzeichner, darunter auch die USA, „in die Erdumlaufbahn keine Objekte mit Atomwaffen oder anderen Arten von Massenvernichtungswaffen zu bringen“.

Der Mond und andere Himmelskörper sollen „ausschließlich für friedliche Zwecke“ genutzt werden. Allerdings enthält der Vertrag nichts zu konventionellen Waffen im Orbit. Die Space Force erklärte am Montag, ihre Operationen stünden im Einklang mit dem Vertrag.

Der ABM-Vertrag (Vertrag über die Begrenzung von Raketenabwehrsystemen) zwischen Washington und Moskau von 1972 untersagte beiden Seiten, Raketenabwehrsysteme zur See, aus der Luft, im Weltraum oder mobile landgestützte Systeme zu entwickeln, zu testen oder zu stationieren. US-Präsident George W. Bush trat im Jahr 2002 von dem Vertrag zurück, und bei den weltraumgestützten Abfangsystemen des Golden Dome handelt es sich um genau jene Art von Waffen, die durch den ABM-Vertrag verboten waren.

Die Trump-Regierung ist aus einer Reihe von Rüstungskontroll-Abkommen ausgetreten oder hat sie umgangen. 2018 stieg Trump aus dem Atomabkommen mit dem Iran aus, 2019 aus dem INF-Vertrag (Vertrag über nukleare Mittelstreckensysteme), der eine bestimmte Klasse US-amerikanischer und russischer Raketen verboten hatte. Im Jahr 2020 ist er aus dem Vertrag über den Offenen Himmel ausgetreten, der unbewaffnete Aufklärungsflüge erlaubte.

New START, das letzte Abkommen zur Begrenzung strategischer Atomwaffen der USA und Russlands, lief am 5. Februar aus. Trump hat auf das Angebot des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die darin festgelegten Obergrenzen für ein weiteres Jahr einzuhalten, nicht offiziell reagiert.

Am 30. Oktober 2025 wies Trump das Pentagon an, „damit zu beginnen, unsere Atomwaffen auf gleichberechtigter Basis zu testen“. Einen Tag später stimmten die USA als einziges Land gegen die jährliche Resolution des UN-Abrüstungsausschusses, die das Moratorium für Atomwaffentests befürwortet. Die USA hatten seit 1992 keinen Atomwaffentest mehr durchgeführt.

Am 4. November erklärte die US-Delegierte Alison Storsve vor dem Ausschuss, die Vereinigten Staaten „müssen bei der Resolution mit NEIN stimmen“ – gemeint war die Resolution mit dem Titel „Verhinderung eines Wettrüstens im Weltraum“.

„Ich will Peking und Moskau nicht mitteilen, was ich getan habe“, erklärte Generalleutnant Gregory Gagnon, der Leiter des Space Force Combat Forces Command, im Februar mit Blick auf Maßnahmen zum Schutz von US-Satelliten. „Wir müssen als Teil unserer gemeinsamen Streitkräfte auch die Fähigkeit zum Angriff haben.“ Im Dezember 2025 hatte die Regierung ein Rüstungspaket für Taiwan in Rekordhöhe von elf Milliarden Dollar angekündigt.

Meinks Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund der unkontrollierten Eskalation des Kriegs in der Ukraine. Die Kyiv Post berichtete am Montag unter Berufung auf interne Planungsdokumente der deutschen Bundesregierung, die Politico vorlagen, das Bundesverteidigungsministerium plane Ausgaben von fast 3,4 Milliarden Dollar für Tomahawk-Marschflugkörper mit einer Reichweite von über 1.500 Kilometern und Typhon-Raketenwerfern, mit denen sie abgefeuert werden. Mit dieser Anschaffung würde Deutschland erstmals über bodengestützte Waffensysteme für Langstreckenschläge verfügen. Ein Sprecher des Ministeriums bestätigte, dass „der Kauf des US-Systems Typhon mit Tomahawk-Marschflugkörpern weiterhin beabsichtigt ist“.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius kündigte am 11. Mai in Kiew an, dass Deutschland und die Ukraine zusammen unbemannte Waffensysteme bauen würden – „in allen Reichweiten, gerade auch im Bereich deep strike“.

Am Sonntag, einen Tag vor Meinks Rede, griffen russische Streitkräfte im Bahnhof Jahodyn, zwei Kilometer von der polnischen Grenze entfernt, einen dort stehenden Personenzug mit einer Drohne an, der zwischen Warschau und Kiew verkehrte. Die Ukraine hatte etwa eine Viertelstunde zuvor die 206 Fahrgäste evakuiert, sodass niemand verletzt wurde. Ein Zug mit dem ehemaligen britischen Premierminister Boris Johnson an Bord befand sich bereits in Polen, und ein dritter, in dem der ehemalige CIA-Direktor David Petraeus reiste, stand zwar am Bahnhof, wurde aber nicht getroffen. Alle diese Personen hatten an einer Konferenz in Kiew teilgenommen.

Die europäischen Mächte reagierten mit Forderungen nach weiteren Waffen. Pistorius nannte den Angriff am Montag eine kalkulierte Eskalation Russlands, die Europa Angst machen solle. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte über Putin: „Er glaubt, er könne uns davon abhalten, die Ukraine zu unterstützen, und unsere Geschlossenheit untergraben. Er irrt sich.“

Die Außenbeauftragte der EU, Kaja Kallas, erklärte am Montag, der Angriff sei „eine Botschaft an die westliche Welt“, daher „sollten wir genau das Gegenteil tun: Wir müssen zeigen, dass wir für die Ukraine da sind und dass wir uns nicht abschrecken lassen.“ Am Dienstag ließen Polen und Rumänien Kampfflugzeuge aufsteigen, als russische Streitkräfte die Ukraine mit Drohnen in der Nähe ihrer Grenze angriffen. Über Litauen wurde laut Präsident Gitanas Nausėda eine Drohne von NATO-Kampfjets abgeschossen.

Auch andere imperialistische Mächte rüsten für den Weltraum. Der französische Präsident Emmanuel Macron erklärte im November 2025 bei der Eröffnung des Weltraum-Kommandozentrums des französischen Militärs in Toulouse: „Der Weltraum ist keine Zuflucht mehr, sondern ist zum Schlachtfeld geworden.“ Pistorius kündigte im September 2025 an, dass Deutschland über einen Zeitraum von fünf Jahren 35 Milliarden Euro für militärische Weltraumaktivitäten ausgeben werde, mit dem Ziel der Verteidigung und Abschreckung im Weltraum.

Die Weltraumwaffen, die laut Wall Street Journal den Angriff auf den Iran ermöglicht haben, werden jetzt gegen Russland und China gerichtet.

Keine der beiden Parteien in Washington, weder Demokraten noch Republikaner, stellt sich diesem Programm entgegen. Die Militärausgaben, welche die Finanzierung der Space Force sicherstellen – in diesem Jahr 839 Milliarden Dollar –, wurden im Januar mit den Stimmen von 149 Demokraten verabschiedet. Bis Dienstagabend hat sich kein Kongressabgeordneter öffentlich gegen Waffen in der Erdumlaufbahn ausgesprochen.

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