Die palästinensische Aktivistin Nerdeen Kiswani hielt am Montagmorgen vor dem New Yorker Rathaus eine Pressekonferenz ab. Sie sprach über einen von Zionisten angezettelten Mordplan, der letzte Woche durch die Festnahme des 26-jährigen Alexander Heifler aus New Jersey im Rahmen einer gemeinsamen Operation des FBI und der New Yorker Polizei vereitelt wurde.
Drei von Kiswanis Anwälten und mehrere andere politische Aktivisten begleiteten sie bei der Pressekonferenz, über die zahlreiche lokale Medien berichteten und die eine unterstützende Menschenmenge anzog.
Kiswani verwies auf die Leute an ihrer Seite und sagte: „Ich möchte nur darauf hinweisen, dass der größte Teil unserer Unterstützer heute tatsächlich aus muslimischen Frauen und aus der jüdischen Gemeinschaft besteht, die sich unmissverständlich gegen diesen Angriff auf mich stellen.“
Sie fügte hinzu: „Heute stehe ich hier nicht nur als Aktivistin, sondern als Mutter, als Palästinenserin und als jemand, der Ziel eines zionistischen Attentatsplans war, vor dem ich schon viel zu lange gewarnt habe. Als ich erfahren habe, dass jemand einen Angriff auf mein Haus vorbereitet und Sprengstoff hergestellt hatte, um mir das Leben zu nehmen, habe ich das nicht nur als öffentliche Person verarbeitet. Ich habe das als Mutter verarbeitet, während ich mein Kleinkind im Arm hielt, und darüber nachgedacht, was es bedeutet, wenn jemand mein Zuhause ins Visier nimmt – wo mein Kind schläft, wo meine Familie eigentlich sicher sein sollte.“
Kiswani erklärte, dass zionistische Organisationen wie die Jewish Defense League (JDL) und die faschistische Betar-Organisation eine koordinierte Kampagne aus Schikanen, Drohungen, Stalking, Doxxing und der Auslobung eines Kopfgeldes auf sie geführt haben. Der Grund dafür ist ihre führende Rolle in der Organisation „Within Our Lifetime“, die sich nachdrücklich für die Verteidigung der palästinensischen Bevölkerung einsetzt.
Sie verwies auf die Geschichte des zionistischen Extremismus in den Vereinigten Staaten und seine Gewalttaten, darunter den Mord an dem palästinensisch-amerikanischen Bürgerrechtler Alex Odeh im Jahr 1985, der durch eine Bombe in seinem Büro getötet wurde. Die Mörder flohen nach Israel und wurden nie zur Rechenschaft gezogen. Kiswani sagte, dass Heifler dasselbe vorhatte: einen Terroranschlag verüben und dann in Israel Zuflucht suchen.
Zu den weiteren Anschlägen zählen der Mord an dem sechsjährigen Wadi Al-Fayoumi bei Chicago im Jahr 2023 sowie die Erschießung von drei palästinensischen College-Studenten in Vermont, nur weil sie Kufiya trugen.
„Es ist ein Muster, bei dem Palästinenser entmenschlicht werden“, erklärte Kiswani, „bei dem unser Leben als weniger wertvoll behandelt wird, bei dem Gewalt gegen uns geschürt, gerechtfertigt und ignoriert wird. Wenn wir also über Zionismus sprechen, müssen wir ehrlich sein, über wen wir sprechen. Wir sprechen über eine politische Ideologie, die in der Praxis dazu benutzt wurde, die Enteignung, Entmenschlichung und Tötung von Palästinensern zu rechtfertigen.“

In einer Stellungnahme gegenüber der WSWS nach der Pressekonferenz sagte Kiswani: „Sie versuchen, Verfechter des Kampfes gegen Völkermord, gegen Krieg, für Palästina und für Freiheit mit allen Mitteln zu unterdrücken“ und „greifen zu Gewalt.“
Je mehr „sie versuchen, uns zum Schweigen zu bringen, desto lauter werden wir sein“, fügte Kiswani hinzu. „Ich werde ihnen diesen Sieg nicht schenken, indem ich untertauche und mich nicht mehr zu Palästina äußere.“
Eric Lee und Christopher Godshall-Bennett, deren Anwaltskanzlei Kiswani vertritt, sprachen beide auf der Pressekonferenz. Lee stellte einen Zusammenhang zwischen der geplanten Gewalt in New York City und der anhaltenden Gewalt im Nahen Osten her.
In Bezug auf den mutmaßlichen Attentäter sagte Lee: „Sein Ziel, eine palästinensische Aktivistin zum Schweigen zu bringen und ihr kleines Kind zu ermorden, spiegelt die offizielle Politik Israels wider, wohin er fliehen wollte, um Schutz zu finden. Seine Methode, nämlich ein Brandanschlag in der Dunkelheit der Nacht, ist die Methode des Ku-Klux-Klans.“

Eine organisierte Gruppe von Zionisten sei an der Vorbereitung des Anschlags beteiligt gewesen, sagte Lee. „Sie haben Gruppenchats. Er hatte einen Unterschlupf. Sie haben Zugang zu finanziellen Mitteln. Seit der Festnahme gab es weiterhin ernsthafte und glaubwürdige Morddrohungen gegen Frau Kiswani.“
Lee sagte, der Mordversuch habe nur einen Monat nach der Einreichung einer Bundesklage durch Kiswani gegen die extremistisch-zionistische Organisation Betar wegen Verletzung ihrer Bürgerrechte stattgefunden. Die Führung von Betar sitzt in New York – so etwa Ron Torossian von 5W Public Relations in Midtown, Ross Glick, Yoni Kletzel und John Mantell sowie der Vorstand der Gruppe, die in der Klage namentlich genannt werden. Die Klage bezieht sich auf das Anti-Ku-Klux-Klan-Gesetz von 1871, das Privatpersonen verbietet, sich zu verschwören, um Menschen ihrer Rechte zu berauben.
Lee sagte, Betar habe mehr als ein Jahr lang Kiswani ins Visier genommen – sie verfolgt und belästigt, Drohungen ausgesprochen und versucht, sie mit „Pagern“ einzuschüchtern und zu terrorisieren, was an Israels Einsatz von Sprengkörpern im Libanon erinnern sollte. Er sagte weiter, dass die Gruppe wiederholt andere dazu ermutigt habe, Kiswani anzugreifen, und man habe jedem, der sie angreifen würde, ein Kopfgeld von 1.800 Dollar angeboten.
Betar, so Lee, „hat die Trump-Regierung dazu gedrängt, ihr die US-Staatsbürgerschaft zu entziehen, und hat bestätigt, dass sie sich in Washington mit der Trump-Regierung getroffen hat, um den Fall von Frau Kiswani zu besprechen.“
Lee warf die Frage auf: „Welche Kontakte hatte die Trump-Regierung zu Betar und zu dem Netzwerk, das seit über einem Jahr gegen Frau Kiswani intrigiert?“
Lee argumentierte, dass das allgemeine politische Klima – geprägt von offizieller Gleichgültigkeit gegenüber und sogar Jubel über den Mord an Rene Good und Alex Pretti in Minneapolis – gewalttätige Angriffe förderte, denn damit werde signalisierte, dass man diese toleriert.
„Und so ist der Angriff auf Frau Kiswani kein Zufall“, schloss Lee. „Er ist nicht das Werk einzelner Schwarzer Schafe. Er ist das bewusste und beabsichtigte Ergebnis einer politischen Strategie der Trump-Regierung, extralegale parlamentarische Milizen zu fördern, um ihre Gegner zu ermorden und abweichende Meinungen zu unterdrücken, mit dem Ziel, in diesem Land eine Diktatur zu errichten.“
Die Ereignisse vom Januar 2026 in Minneapolis haben die ganze Welt schockiert und deutlich gemacht, dass die Umwandlung der amerikanischen Demokratie in einen Militär- und Polizeistaat nicht länger nur eine theoretische Möglichkeit ist. Sie vollzieht sich vor unseren Augen.
„Wir werden vor Gericht alles tun, was wir können, um die rechte Verschwörung aufzudecken, aber letztendlich wird der Kampf gegen die Diktatur und den rechten Terror nicht aus dem Inneren des amerikanischen Staatsapparats heraus geführt werden. Er wird von der Bevölkerung dieses Landes ausgehen, die empört ist über das, was diese Regierung tut, die empört ist über das, was dieses Terrornetzwerk unserer Mandantin angetan hat. Und hier, während wir uns darauf vorbereiten, den 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung und der Revolution zu feiern, die dieses Land hervorgebracht hat, ermutigen wir die Menschen dieses Landes zu verstehen, dass die Verantwortung für die Verteidigung unserer Mandantin und dessen, was von der Demokratie noch übrig ist, bei euch liegt, dem Volk.“
Christopher Godshall-Bennett, Lees Anwaltskollege, schilderte seine tiefe persönliche Verbindung zu dem Fall: Er wuchs in New York City auf und entschied sich, den Zionismus abzulehnen; er gründete die erste antizionistische jüdische Organisation an der Columbia University, die Columbia-Barnard-Sektion von „Jewish Voice for Peace“.
Godshall-Bennett sagte: „Ich befinde mich 12 Jahre später wieder in New York, um die Ergebnisse eines Jahrzehnts unermüdlichen Engagements zu erleben, das von Menschen wie Nerdeen Kiswani angeführt wurde. Ich sehe eine Stadt, die sich in ein Zentrum der Solidarität mit dem palästinensischen Volk und des Widerstands gegen die zionistische Vorherrschaft verwandelt hat. Genau dieser Sieg ist der Grund, warum diese Zionisten Nerdeen ins Visier genommen haben. Sie haben große Angst. Sie haben ihre Kontrolle über die öffentliche Meinung verloren und sind auf ihre ursprüngliche Strategie zurückgefallen: den regelrechten Mord.“
„Organisationen wie die Jewish Defense League und Betar, die beide nach dem Vorbild der Gründerväter des Zionismus geschaffen wurden, spiegeln die dunkle Realität des Zionismus wider: eine verdrehte Vision des jüdischen Lebens und der jüdischen Gemeinschaft, Sicherheit durch Gewalt, Frieden durch Krieg, Leben durch Tod.“
„Während wir daran arbeiten, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die für diesen Angriff verantwortlich sind, fordere ich Sie auf, sie als das zu sehen, was sie sind. Nicht als Randgruppen, die allein handeln, sondern als das Herzstück des Zionismus selbst. Es gibt diejenigen, die sagen werden, dass dies antisemitisch sei, aber das ist eine Lüge. Der wahre Antisemitismus liegt im Herzen des Zionismus und in den Gründungsdokumenten von Organisationen wie Betar. … Wenn Sie sich gegen Antisemitismus stellen wollen, stehen Sie dem palästinensischen Volk bei. Und Nerdeen. Lehnen Sie die Bewegung ab, die Kinder ermordet und dann Juden auf der ganzen Welt als ideologischen menschlichen Schutzschild benutzt, um sich der Rechenschaftspflicht zu entziehen.“
Jonathan Abady, ein weiterer Anwalt von Kiswani, sagte: „Es ist eine Ehre und ein Privileg, sie zu vertreten, denn sie ist eine Person mit Gewissen. Sie ist eine Person von enormem Mut, Tapferkeit und Überzeugung. Und was uns heute hierher führt, ist Anlass zu großer Traurigkeit und großer Empörung.“
Er sagte, dass Kiswani und ihre Unterstützer von den Behörden forderten, „gründlich und energisch zu ermitteln und die Verantwortlichen zu finden, sie anzuklagen, zu verhaften und strafrechtlich zu verfolgen. Alle, nicht nur einige von ihnen.“
Zu den weiteren Rednern gehörten Marwa Janini, Geschäftsführerin der Arab American Association of New York; Amani Al-Katabkur, Gründerin von Muslim Girl, einer vielbesuchten Social-Media-Plattform; Dania Darwish, Gründerin und Geschäftsführerin des Asya Women’s Center, das Opfern von Islamfeindlichkeit hilft; sowie Morgan Basikas, Mitglied von Jewish Voice for Peace in New York City.
Sie alle wiesen auf die Zunahme antimuslimischer, antiarabischer und antipalästinensischer Angriffe hin, die durch islamfeindliche Äußerungen von Staatsvertretern, im Kongress und in der Trump-Regierung angeheizt werden. Basikas erklärte: „Wir lehnen den Zionismus ab, weil wir alle Formen von Rassismus, weißer Vorherrschaft und Kolonialismus ablehnen. Wir lehnen jeden Versuch ab, Antizionismus mit Antisemitismus gleichzusetzen, was wir als zynische, rassistische Strategie ansehen, um palästinensische Aktivistinnen wie Nerdeen zu diffamieren und ihr Leben eindeutig zu gefährden.“
Kiswani und ihre Anwälte beantworteten anschließend eine Reihe von Fragen der Pressevertreter. Sie erklärte: „Ich gehe jeden Abend mit Sorgen um mein Kind ins Bett, mit Sorgen um meine Familie, meinen Mann, meine Geschwister. Meine Eltern kümmern sich immer darum, dass ich nirgendwo alleine hingehen muss. Ich teile meinen Standort mit ihnen allen, falls etwas passiert. Und das war alles schon vor dem Attentatsplan. Dass dies nun passiert ist, bestätigt einfach, wissen Sie, unsere Befürchtungen. Es bestätigt sie, vor allem, weil die Drohungen nicht aufgehört haben.“
Die Anwälte erklärten, dass der nächste Schritt eine Anhörung im Southern District of New York am 14. April zu der Klage gegen Betar sein werde, die unter Berufung auf das Anti-KKK-Gesetz eingereicht wurde.
